Salomon Zugspitz Ultratrail 2016 – Basetrail XL

„Das größte Trailrunning Event Deutschlands.“ So steht es auf den Werbeplakaten mit dem Wettersteinmassiv. Seit Anfang März habe ich durch die Teilnahme an den Salomon TrailSessions mit SportScheck auf dieses Wochenende im Juni hin gefiebert. Nun durfte ich den dritten Teil des unglaublichen Gewinnerpackages einlösen: Die Teilnahme an einer Strecke meiner Wahl beim Zugspitz Ultratrail 2016.

Vorfreude auf den Basetrail XL! Durch diesen Zielbogen wollte ich am nächsten Tag laufen. Foto: Philipp Reiter

Vorfreude auf den Basetrail XL! Durch diesen Zielbogen wollte ich am nächsten Tag laufen. Foto: Philipp Reiter

Das Wettersteinmassiv von Grainau aus betrachtet. Foto: SportScheck

Das Wettersteinmassiv von Grainau aus betrachtet. Foto: SportScheck

Bedingt durch meine Laufpause und nach Absprache mit meinem Orthopäden und meiner Trainerin habe ich mich für den Basetrail XL entschieden. Auf seiner Distanz von 39,3 Kilometern hatte er es mit 1896 Höhenmetern ganz schön in sich. Dass beim Trailrunning oft nur der Aufstieg gezählt wird, möchte ich hier einmal erwähnen. Denn es ging auch noch 2063 m bergab. Das ist vergleichbar mit einer Etappe beim Transalpine Run, also kann ich die Teilnahme am ZUT gleich auf mein TAR-Trainingskonto packen.

Ich bin bereits am Freitag mit meinem Transalpine Partner Mario angereist. Der gehört echt zu den ganz harten Hunden und hat sich die längste Strecke, den Ultratrail mit 101,6 Kilometern und 5412 Höhenmetern ausgesucht. Zugegebenermaßen ist das auch ein Lauftraum von mir und ich überlege bereits, ob er für nächstes Jahr in meinen Kalender passen könnte. 😉

In Grainau angekommen habe ich mich mit Tobias Graser treffen können, der von SportScheck bereits die TrailSessions begleitet hat und selbst auch auf die Strecke ging. Patrick, der Gewinner der TrailSessions aus Stuttgart, war auch bereits vor Ort und nach der Abholung unserer Startunterlagen haben wir dann auch noch Jaques, den Gewinner aus Berlin, bei der Pasta Party getroffen – wo sonst?! 😀

Die Startunterlagen sind abgeholt und auf der Expo hatte ich auch schon ein Schnäppchen gemacht. Auf gehts zur Pasta Party! Foto: SportScheck

Die Startunterlagen sind abgeholt und auf der Expo hatte ich auch schon ein Schnäppchen gemacht. Auf gehts zur Pasta Party! Foto: SportScheck

Reinhauen! Die Pasta in Grainau war echt lecker. Foto: Sportscheck

Reinhauen! Die Pasta in Grainau war echt lecker. Foto: Sportscheck

Am nächsten Morgen habe ich Mario an den Start des Ultratrails begleitet. Die knapp 700 Starter dieser Wahnsinnsdistanz wurden mit viel Tamtam von einer lokalen Marschkapelle auf die Strecke geschickt. Für mich hieß es dann noch frühstücken und zum Start nach Mittenwald shutteln.

Oh, happy day! Was für ein schöner Morgen! Und gleich geht es nach Mottenwald zum Start des Basetrail XL.

Oh, happy day! Was für ein schöner Morgen! Und gleich geht es nach Mottenwald zum Start des Basetrail XL.

Start des Basetrail XL. Foto: Ammergautrail

Start des Basetrail XL. Foto: Ammergautrail

V.l.n.r. Willy und Patrick kurz vor dem Start des Basetrail XL in Mittenwald. Foto: SportScheck

V.l.n.r. Willy und Patrick kurz vor dem Start des Basetrail XL in Mittenwald. Foto: SportScheck

Jaques und Tobias vor dem Start des Supertrail in Leutasch. Foto: SportScheck

Jaques und Tobias vor dem Start des Supertrail in Leutasch. Foto: SportScheck

Leider habe ich Patrick in den Menschenmassen im Startbereich nicht entdeckt und so bin ich allein und in meinem Tempo den Basetrail XL angegangen. Nachdem wir aus Mittenwald hinaus gelaufen sind, kamen bereits erste kleine Steigungen und Schotterwege, auf denen man sich prima einlaufen konnte. Bei mir „rollte“ es an diesem Tag echt gut. Nach einigen Waldwegen und dem Lauf am schönen Ferchensee entlang kam für uns die erste Verpflegungsstelle, über die einige Läufer bereits wie die Heuschrecken hergefallen sind.

Ich habe diesen Verpflegungspunkt ausgelassen, mich aber immer wieder ans Trinken erinnert und habe daher regelmäßig aus meinem Wasservorrat im Rucksack einen Schluck genommen. Die Strecke auf den Forststraßen hat sich dann ein wenig in die Länge gezogen, aber spätestens nach Schloss Elmau ging es wieder über wunderschöne Trails und Blumenwiesen, bis wir über viele Stufen zur Partnachklamm hinab sausen konnten. Dieses Stück der Strecke hat richtig viel Spaß gemacht!

Auf dem Weg zur Partnachalm hat der Regen eine Pause gemacht und wir sind über schönste Blumenwiesen gelaufen. Da musste ich ein Foto machen!

Auf dem Weg zur Partnachalm hat der Regen eine Pause gemacht und wir sind über schönste Blumenwiesen gelaufen. Da musste ich ein Foto machen!

 

 

 

tobi+jaques

„Es ging geil rauf und geil runter“ Jaques und Tobi haben die ersten Kilometer hinter sich. Foto: SportScheck

Am Verpflegungspunkt Partnachalm habe ich die großen Karaffen mit Cola entdeckt. Da ich wusste, dass es ab diesem Punkt für mehr als 10 Kilometer nur bergauf gehen würde, mussten zwei Becher Motivationscola, sowie ein großes Stück Wassermelone her. Von meiner eigenen Verpflegung habe ich noch einen halben Schokoriegel geknuspert und bin schmatzend wieder von dannen gezogen.

Der Aufstieg durch den Wald zur Talstation der Längenfelderbahn war bei uns um die Mittagszeit schon richtig batzig und schlammig. Ich habe in dem Moment an Mario gedacht, der diesen Weg wohl in der Dunkelheit nehmen werden muss, und dass nachdem sich nochmal mehr als 1000 Läufer über diesen schmalen Trail nach oben gekämpft haben werden.

Ich war in einer kleinen Schlange aus Teilnehmern unterwegs, mit denen ich vom Tempo her gut zusammengepasst habe. Da ich manchmal nicht so geschickt mit den Laufstöcken agieren kann, wie ich es mir selbst wünsche, hatte ich die meiste Zeit meinen Blick nach unten gerichtet. Schließlich wollte ich nicht an Wurzeln oder Brombeersträuchern hängen bleiben. In einer Kehre nach oben stand ein Läufer, der unsere Gruppe vorbei ziehen lies. Wenig später habe ich dann durch sein „Hallo Marlen“ auch geschnallt, dass es Patrick war.

Von weitem konnten wir bereits den Radau hören, den das große Jubelnest am Längenfelder veranstaltete. Das hat mich mich zusätzlich motiviert und ehrlich gesagt hatte ich diesen Anstieg vom ZUT vor zwei Jahren länger und härter in Erinnerung. Das Wochenende im Trentino beim SportScheck Trailrunning Camp hat mich wirklich unglaublich gut auf dieses Rennen vorbereitet! Natürlich musste ich auch ordentlich schnaufen und war sehr erleichtert, als ich die Verpflegungsstation im Blick hatte.

Patrick hatte ich ein Stück weit abgehängt. Aber ich war mir ganz sicher, dass er mich beim Downhill wieder einholen würde. Schließlich hatte ich am vergangenen Wochenende im Trentino gesehen, wie er mit Jaques und unserem Guide und Trailrunning Profi, Philipp Reiter, den Berg hinab geschossen ist.

Wieder einmal Regen an der Verpflegungsstation Längenfelder.

Wieder einmal Regen an der Verpflegungsstation Längenfelder.

An der Verpflegungsstelle am Längenfelder war auch Rainer Schlump von Salomon unterwegs und hat mich angesprochen, wie das Rennen grad bei mir läuft und welche Strecke ich absolviere. Ich kann da ja nur für mich sprechen, aber als Läufer bei so einem großen Event finde ich es große Klasse, wenn der Vertreter des Titelsponsors so aktiv bei den Athleten auf der Strecke ist und sich interessiert. Mich hat das für den weiteren Anstieg und die berüchtigte Schleife um den Osterfelder Kopf nochmal richtig angespornt.

Also weiter bergauf laufen, denn hier warteten noch ein paar lange Anstiege auf uns, sowie kleine Schneefelder und die ersten Downhills. Unterwegs habe ich mich total nett mit der lieben Chris unterhalten. Sie ist so ein Energiebündel und voller guter Laune! Danke, dass du mich angesprochen hast! Und an einem Zelt der Bergwacht oben am Osterfelderkopf habe ich den lieben Willy sitzen sehen, der sich gerade leider eine Blase am Fuß verarzten musste. Ich hatte ihn eine Woche zuvor um Trailrunning Camp in Trentino kennengelernt.

Da unten ist das Ziel!

Da unten ist das Ziel!

Nach einem kleinen Plausch mit ihm und einer Trinkpause meinerseits bin ich weiter gelaufen und wir haben uns im Ziel verabredet. In den kleinen Grüppchen, in denen ich nun unterwegs war gab es fast immer nur ein Thema: Was werde ich im Ziel alles essen? Wenn man weniger als zehn Kilometer vor sich hat, sind das meiner Meinung nach berechtigte Gedanken.

Nachdem wir wieder an der Verpflegungsstation Längenfelder angekommen waren, ging es über einen schönen, aber auch schrecklich rutschigen Trail nur noch bergab. Der Jägersteig ist heikel zu laufen und da ich so kurz vorm Ziel nichts mehr riskieren wollte, habe ich kein Vollgas gegeben. Ohnehin habe ich an und zu auf meine Fußgelenke geschielt. Alles okay, nichts geschwollen, weitermachen.

Wie erwartet holte mich Patrick auf diesem letzten Downhill ein. Frei nach dem Motto „wenn er den unglaublich steilen Schlammberg runter rennen kann, dann kann ich das auch“ habe ich spontan den Beschluss gefasst an ihm dran zu bleiben. Kurze Zeit später bin ich dann auf meinem vormals hellgrau/weißen Laufrock auf einer Welle aus Schlamm für einige Meter den Berg hinab gerutscht. Das hat ja mal prima geklappt!

Glücklicherweise habe ich mir bei dieser Aktion nicht wehgetan und bin sofort weitergelaufen.

Auf dem Weg zum Ziel! Es sind nur noch wenige Meter. Foto: Ammergautrail

Auf dem Weg zum Ziel! Es sind nur noch wenige Meter. Foto: Ammergautrail

Kaputt, aber glücklich im Ziel! Foto: SportScheck

Kaputt, aber glücklich im Ziel! Foto: SportScheck

Glücklich im Ziel. Foto: SportScheck

Glücklich im Ziel. Foto: SportScheck

Always earned, never given! Unsere Finisher Medaillen für den den Basetrail XL. Foto: SportScheck

Always earned, never given! Unsere Finisher Medaillen für den den Basetrail XL. Foto: SportScheck

Die letzten beiden Kilometer ins Ziel waren Asphaltstraße. Auf der habe ich Patrick wieder eingeholt und wir sind gemeinsam ins Ziel gelaufen. Für mich bedeutete das den 16. Platz in meiner Alterskategorie, ein großartiges Ergebnis für eine Hobbyläuferin wie ich finde. Der ZUT ist mir wieder einmal in bester Erinnerung geblieben und ich werde im nächsten Jahr ganz bestimmt wieder mit dabei sein!

Meine Schuhe nach dem Basetrail XL.

Meine Schuhe nach dem Basetrail XL.

Tobias kommt ins Ziel! Er hat den Supertrail gerockt! Foto: SportScheck

Tobias kommt ins Ziel! Er hat den Supertrail gerockt! Foto: SportScheck

Glückliche Finisher des Zugspitz Ultratrail 2016. Foto: SportScheck

Glückliche Finisher des Zugspitz Ultratrail 2016. Foto: SportScheck

Ein bisschen Spaß muss sein.. Kurz vor der Abschlussveranstaltung habe ich einfach mal die Bühne gestürmt.

Ein bisschen Spaß muss sein.. Kurz vor der Abschlussveranstaltung habe ich einfach mal die Bühne gestürmt.

Ein ganz großes Dankeschön und viele liebe Grüße gehen an all die tollen Menschen, denen ich unterwegs begegnet bin und mit denen ich bekannter- und unbekannterweise einen kleinen Plausch halten durfte. Auch über die Zuschriften und Bilder, die mich in den Tagen nach dem ZUT erreicht haben, habe ich mich riesig gefreut! Wir sehen uns bestimmt auf dem einen oder anderen Trail mal wieder 🙂

6 Comments

  • Yann

    5. Juli 2016 at 15:55

    Super Bericht!
    Ich hatte mich schon nach dem Osterfelderkopf gewundert, wo ich schon längst in einem Energieloch steckte, wieso so viele vorbeilaufenden „Grüppchen“ (vor allem das „Grüppchen“ mit der Frau im Salomon Outfit^^) noch überhaupt die Kraft haben zu reden und was sie denn alles erzählen. Jetzt weiß ich es… 🙂
    Du hast es nicht erwähnt aber der Kaiserschmarrn im Ziel war sehr lecker! 😉
    Gruß und vielleicht bis nächstes Jahr
    Yann

    Antworten
    • marlen

      11. Juli 2016 at 21:08

      Hallo lieber Yann,
      nach dem Lauf hat mich der Alltag wieder erwischt. Tut mir leid, dass ich so lange nicht auf deinen Kommentar reagiert habe.
      Vielen Dank für deine liebe Nachricht!
      Es ist unglaublich motivierend, wenn man schon beim Laufen daran denkt oder darüber spricht, was man später alles essen wird. Ich bin auf diesem Gebiet eine Meisterin der Selbstmotivation.
      Und ja, der Kaiserschmarren war lecker, aber die Kräuterwaffeln fand ich sogar noch besser. 😉
      Bis nächstes Jahr! Welche Strecke planst du dann?
      Liebe Grüße
      Marlen

      Antworten
  • Yann

    28. Juli 2016 at 8:57

    Hallo Marlen,
    kein Problem mit der späten Antwort… ich habe sie erst jetzt gesehen und habe deswegen selber noch länger gebraucht, um auf deine Antwort zu reagieren 🙂 (bekommt man in deinem Blog keine Nachricht bei einer Antwort auf einen Kommentar?).
    Wie, gab es Kräuterwaffeln? Ich war so fertig und hatte irgendwie nur noch Augen für den Kaiserschmarrn… 🙂
    Ich bin nächstes Jahr beim Basetrail XL auf jeden Fall wieder dabei mit dem Ziel die Waffeln zu probieren 🙂 und auch schneller und fitter über die Ziellinie zu kommen… Und zur Vorbereitung wie immer die Winterlaufserie in Ismaning und im Frühjahr ein oder zwei Trails um die 20-40km wären gut, wenn es welche gibt (?). Und vielleicht auch mit euch die Sportscheckläufe (ich kenne Peteris, er hat mir auch davon erzählt).
    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Vorbereitung auf den Transalpine Run.
    Gruß
    Yann

    Antworten
    • marlen

      28. August 2016 at 14:43

      Hi Johne,
      thank you so much for your comment! I’m going to write a blog post every day at the Transalpine Run. Also I’m thinking about translating some posts into english..
      all the best!
      Marlen

      Antworten

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