ANITA Women’s Trail – Teil I

Fitte Mädels unter sich

Ein pinkfarbenes Veranstaltungslogo, Beutel in der selben Farbe und und ein Hersteller von Sport-BHs als Titelsponsor machen klar: Das Trail Running Event in Zell am See ist ein dreitägiger Wettbewerb nur für Frauen. Der ANITA Women’s Trail fand vom 19.-21. Mai 2017 in seiner zweiten Auflage statt.

Vor ein paar Wochen haben Jule und Iris mich beim Never Stop Munich Trail Run angesprochen, ob ich Lust habe beim Women’s Trail in ihrem Team „Chix on Trail“ mitzulaufen. Diese Einladung habe ich unglaublich gerne angenommen und wir acht Trailhühner haben uns aufgemacht, um die Strecken in Zell am See zu rocken.

In drei Rennen von Freitag bis Sonntag konnte man sich an einzelnen Tagen oder im Triple mit den anderen Sportskanonen messen. Zell am See mit seinen vielen wunderschönen und anspruchsvollen Trails direkt vor der Haustüre sollte die gesamte Zeit unsere Homebase bleiben.

Silva Night on Trails

Wie es der Titel des ersten Laufs vermuten lässt, durften wir am Freitag Abend nach Anbruch der Dunkelheit zum ersten Mal die Trails oberhalb von Zell erkunden. Die Firma Silva hatte dafür ein großes Kontingent an Testlampen im Gepäck. Ehrlich gesagt lege ich meine Läufe sonst immer so, dass ich eben nicht in Verlegenheit komme mit Stirnlampe laufen zu müssen. Und leider habe ich bisher auch noch kein Modell gefunden, mit dem wirklich zufrieden war. Mario hat mir daher seine Lupine geliehen, bei der ein extra Band über den Kopf führt. Bei dieser Stirnlampe hatte ich zum ersten Mal nicht das Gefühl, ständig mit der Hand nachjustieren zu müssen. Die Lampe saß überraschend gut und ich konnte mich nun zu den beim Veranstalter „Plan B“ bekannten Klängen von ACDC’s Highway to Hell auf den ersten Wettkampf freuen.

Kurz vor dem ersten Lauf des Women’s Trail gab es ein Teamfoto von allen „Chix on Trail“. Danke, dass ich mit euch wunderbaren Mädels zusammen laufen durfte! Foto: wusaonthemountain.at

Um 21 Uhr viel der Startschuss und mehr als 100 Glühwürmchen machten sich auf den Weg. Nach einigen hundert Metern entlang des Sees ging es über die Straße und hinter dem Ortsrand bergauf in den Wald und endlich auf die Wurzelwege am Schmitten. Der mit fünf Kilometern recht kurz bemessene Nachtlauf hat mich dank der 300 Höhenmeter in der schwülen vor-Gewitter-Luft schon ziemlich ins Schwitzen gebracht. Am höchsten Punkt der Strecke hatte ich einen sensationellen Blick auf den See und die beleuchteten Häuser von Zell. Dort hinunter sollte es gleich gehen, auf einem kurvigen Downhill, bei dem wir erneut in den Wald eintauchten. Jede Menge Staub und kleine Insekten wirbelten im Lichtkegel meiner Stirnlampe herum, deshalb habe ich bergab nicht ganz so auf die Tube gedrückt. Am Samstag bei Tageslicht würde wieder alles ganz anders aussehen und da wollte ich beim Downhill schnelle Füße machen.

Gleich gehts los. Ich richte nochmal meine Stirnlampe und bin gespannt auf den Nachtlauf.

Licht an und zu den Klängen von ACDCs „highway to hell“ fiel der Startschuss zum Silva Night on Trails, dem ersten der drei Rennen des Wochenendes.

Auf gehts in die Dunkelheit. Der erste von drei Läufen ist in vollem Gange.

Auf der flachen Uferpassage bin ich kurz vor dem Ziel noch über eine Kröte gesprungen, die auf dem Weg verharrte. Nach dem Rennen habe ich von Lena aus unserem Team erfahren, dass sie die Kröte ganz heldenhaft vom Weg getragen hat. Nachdem all unsere Teammitglieder im Ziel eingelaufen waren und wir an diesem Abend zweitbestes Team geworden sind, ging es noch für eine kleine regenerative Maßnahme mit den Beinen ins kalte Wasser des Sees.

Unsere Mädels checken nach dem ersten Lauf die Rangliste. Wir sind auf dem 2. Platz in der Teamwertung! 🙂

Im Zielbereich folgte die Siegerehrung und die Vergabe der ersten Leader Shirts, bevor es für die meisten von uns ins Café Crazy Daisy ging. Dort haben wir zu später Stunde noch Burger mit Pommes verschlungen bevor ich kurz nach Mitternacht in mein Bett gefallen bin.

Women’s Panorama Trail

Nach einer kurzen Nacht, aber einem tollen Frühstück im Hotel, ging es für uns Mädels um 10 Uhr auf den 16 Kilometer langen und 800 Höhenmeter zählenden Panorama Trail. Ein bisschen Müdigkeit hing für uns alle über dem Start- und Zielbereich an der Seepromenade. Wir „Chix on Trail“ haben eine Team-Aufwärm-Runde und ein paar obligatorische Fotos und Selfies mit unseren Smartphones gemacht und danach gerade noch rechtzeitig zum Start zurück gekommen, aber das Briefing hatten wir zum großen Teil verpasst. Dann dröhnte auch schon der Highway to Hell und der Startschuss zum zweiten Wettkampftag war gefallen. Es ging wieder auf der gleichen Strecke wie am Freitag aus dem Ort hinaus und in den Wald mit den herrlichen Trails.

Ein bisschen Spaß muss sein. Genauso, wie ein Team Selfie vor dem Start des Panorama Trails.

Kurz vor dem Start des Panorama Trails.

Fertig machen für den zweiten Lauf des Women’s Trail.

Aus der ersten Reihe starten die führenden in den jeweiligen Altersklassen. Hut ab vor diesen Raketen!

Auf das vorhergesagte Gewitter hatten wir bereits am Vorabend vergeblich gewartet. Es war schwül, die Luft war schwer und mit jedem Meter bergauf wurden gefühlt auch meine Beine immer schwerer, dann der Körper und zu guter Letzt auch der Kopf. Das meine ich nur im übertragenen Sinne, denn an diesem Tag hat sich der Aufstieg wie Arbeit angefühlt. Auch wenn mich ein paar Mädels während des Überholens motivierend angelächelt haben, oder mir ein: „Geht schon, gleich gehts bergab!“ zugerufen wurde, es war schwer.

Hingegen die Streckenwahl, die Ausblicke und die Runde um das Plettsaukopf Reservoir waren einfach genial! Plettsau-Was? Ich gebe zu, das ich den Namen dieses kleinen Sees davor gegoogelt hatte, denn dort sollte sich eine der Verpflegungsstationen befinden – an diesem Tag für viele der Läuferinnen daher ein wichtiger Punkt. Ich habe mich an dieser Stelle nicht danach gefühlt etwas zu essen und bin einfach vorbei gelaufen.

Der Panorama Trail am zweiten Tag machte seinem Namen alle Ehre!

Das Panorama passt und ab diesem Punkt, kurz nach der Verpflegungsstelle am Reservoir lief es sich wieder leichter. Foto: wusaonthemountain.at

Eine Steigung die ich gut laufen konnte, aber den Großteil der Höhenmeter bin ich an diesem Tag schnell „gewandert“.

Das war zeitweise unsere Aussicht auf dem Downhill zurück nach Zell.

Weiter ging es auf Waldsteigen entlang und über Wiesenhänge, bevor ein längerer Downhill auf einer Forststraße begann. Auf diesem Teil der Strecke war ich zeitweise ganz alleine unterwegs und der „Fahrtwind“ war so angenehm. Endlich rollte es wieder, die Leichtigkeit war zurück. Der lange Weg zurück ins Ziel führte auch wieder über die kurvige Trail Route, die wir am Abend zuvor bereits genommen haben. Mein Vorhaben mit den schnellen Füßen konnte ich in die Tat umsetzen. Ich war dann doch schneller als gedacht wieder auf dem Uferweg und bin nach 01:41:02 Stunden durchs Ziel gelaufen. Meine nächsten beiden Teamkameradinnen Lena und Iris kamen auch gleich ins Ziel und der Jubel war groß: Denn auch an diesem Tag konnten wir für unser Team den zweiten Platz behaupten, was uns alle riesig stolz gemacht hat!

Endlich und glücklich im Ziel. Auch wenn es bei meiner Vollbremsung hier noch nicht so aussieht 😉 Foto: Julia Konrad, Plan B Events

Die ersten drei „Chix on Trail“ sind beim Panorama Trail im Ziel! Kurzes Selfie und danach wurden unsere einlaufenden Teamkolleginnen gefeiert. Foto: Iris Lössl

Nach dem Lauf ist bekanntlich vor der Regeneration und so ging es als Erstes wieder zum Wasser treten in den See und für mich im Anschluss im Hotel in die Sauna. Auf den Wellnessbereich, der mit mehreren Saunen und Swimming Pool keine Wünsche offen lies, hatte ich mich schon den ganzen Tag gefreut.

Am Samstagnachmittag konnte optional eine Yogastunde gebucht werden. Obwohl ich es eigentlich besser weiß, gehöre ich eher zu den Faulpelzen was das Dehnen nach dem Laufen angeht. Um daran zu arbeiten habe ich ich diesen Programmpunkt nicht ausgelassen und am Yoga teilgenommen. Es war glücklicherweise keine allzu anspruchsvolle Stunde. Die Art der Sonnengrüße war etwas komplex und für mich ging es ein klein wenig zu schnell. Aber alles in allem war es ein tolles Angebot und hat perfekt in den Rahmen unseres Wochenendes gepasst.

Yoga und Laufen, das passt gut zusammen. Danke, für das schöne Rahmenprogramm.

Ist euch eigentlich aufgefallen, dass ich schon lange nichts mehr übers Essen erzählt habe? Von diesem langen Tag war ich definitiv richtig hungrig! Alle diejenigen, die bei der Anmeldung zum Women’s Trail Wochenende das Triple mit Übernachtung gebucht hatten konnten sich in unserem Eventhotel Romantikhotel auf das Ladies Dinner freuen (selbstverständlich konnte das Dinner auch noch separat dazu gebucht werden). Wir konnten uns an einem vielfältigen und ausgesprochen leckeren Vorspeisenbuffet bedienen und hatten im Anschluss verschiedene Hauptgänge zur Auswahl. Bevor es an das Nachspeisenbuffet ging, auf dem typisch alpenländische Strudel mit verschiedenen Füllungen auf uns warteten.

Beim Sektempfang auf dem Ladies Dinner mit Uta Albrecht von Plan B. Kerstin, Marion und ich haben uns eher für den sportlichen Look als fürs Abendkleid entscheiden. 😉

Mit moderat vollgeschlagenem Bauch ging es im Anschluss nochmal raus an die Seepromenade, wo der Tourismusverband Zell am See für uns Mädels eine Licht- und Lasershow am See „abgefackelt“ hat. Ich fand es richtig toll, wie sich der Ort um uns Läuferinnen bemüht hat und ich bin mir sicher, dass es bei vielen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Denn nicht nur ich spiele mit dem Gedanken, wiederzukommen und nochmal ein paar der Trails abzulaufen.

Nach der Lichtershow ging es für mich ins Bett. Den Kasinobesuch habe ich ausgelassen, da mir mein Schlaf dann doch wichtiger war, um auch am dritten Tag, bei der See-Challenge fit zu sein.

 

In sportlicher Kooperation mit Zell am See-Kaprun Tourismus GmbH und Plan B Event Company
Alle Bilder ohne Bildhinweis sind von Klaus Fengler.

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