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Zugspitz Trailrun Challenge – In meinen neuen Salomon Speedcross 4 GTX

Kein Artikel ist mir bisher so schwer von der Hand gegangen, wie der Wettkampfbericht zum Zugspitz Berglauf. Es liegt wohl daran, dass ich zum ersten Mal an meiner körperlichen Leistungsgrenze gelaufen bin. Obwohl ich den Lauf gefinished habe, hat mir die Erfahrung meiner eigenen Grenzen überraschenderweise für Tage meine gute Laune geraubt. Der Berglauf von Ehrwald über das Gatterl, die Knorrhütte und das Zugspitzplatt bis zum Gipfel der Zugspitze gehört zu den härtesten und extremsten Bergläufen in den Alpen. Auf den 16 Kilometern gilt es 2195 Höhenmeter bergauf zu überwinden. Was für eine Schinderei! Und für mich persönlich diesmal auch noch bei den denkbar schlechtesten Rahmenbedingungen, die man bei so einem heftigen, kräftezehrenden Event nur haben kann.

Neue Schuhe sind wunderbar! Ich habe den Salomon Speedcross 4 auf dem Berglauf im Rahmen der Zugspitz Trailrun Challenge getestet.

Neue Schuhe sind wunderbar! Ich habe den Salomon Speedcross 4 auf dem Berglauf im Rahmen der Zugspitz Trailrun Challenge getestet.

Dabei hatte ich sogar wunderschöne, neue Schuhe von SportScheck zum Testen bekommen: Den Salomon Speedcross 4 GTX, der farblich so gut zu meinem himmelblauen Salomon Trailrunning Outfit passt! Ja, da bin ich ganz „Mädchen“ 😀 Den Speedcross 4 gibt es in richtig tollen Farbvarianten. Was das Obermaterial betrifft, ist er wie sein Vorgänger in einer Basisversion, als „CS“ mit Climate Shield im Vorderfußbereich und auch als „GTX“-Version mit GoreTex-Membran erhältlich. Wer den Speedcross 3 mag, wird auch mit dem 4er seine Freude haben. Geändert hat sich nicht viel. Er hat das Design der Sohle des Speedcross PRO bekommen und die Aussparungen an den Knöcheln sind etwas niedriger. Dadurch soll man in diesem Schuh agiler und schneller laufen können.

Noch ein paar Faxen vor dem Start. Da wusste ich noch nicht, wie schwer ich es bei diesem Lauf haben würde.

Noch ein paar Faxen vor dem Start. Da wusste ich noch nicht, wie schwer ich es bei diesem Lauf haben würde.

Für meinen Laufpartner Mario und mich war es der letzte gemeinsame Wettkampf vor dem Transalpine Run. Wir haben uns relativ kurzfristig entschlossen, an diesem Lauf im Rahmen der Zugspitz Trailrun Challenge teilzunehmen und haben ihn als zugegeben teure Alternative zu einem selbst organisierten Trainingslauf in den Bergen bestritten. Natürlich interessierte mich dieser Lauf auch brennend, da Mario ihn vor drei Jahren bereits gefinished und oft davon erzählt hat. Mit Plan B kümmert sich nun ein Veranstalter um die Organisation und Durchführung des Laufs, dem ich absolut vertraue. Der Berglauf war ja aufgrund einiger Unfälle vor drei Jahren in die Schlagzeilen geraten.

Am Vorabend des Wettkampfs ereignete sich in München der schlimme Amoklauf im OEZ. Ich saß noch lange erschrocken und fassungslos vor dem Fernseher und bin natürlich nicht zur Ruhe gekommen. In der Früh um 3:00 Uhr habe ich mich kurz mit Mario über WhatsApp besprochen, ob wir angesichts dieses schrecklichen Ereignisses überhaupt starten wollen. Wir haben uns dann für den Berglauf entschieden und sind quasi mitten in der Nacht, um kurz vor 4:00 Uhr nach Ehrwald aufgebrochen.

Dort angekommen konnten wir noch ein paar der „üblichen Verdächtigen“ Trailläufer begrüßen, die auf der Marathon-Distanz ins Rennen gingen. Darauf hin haben wir sie mit einem herzlichen Applaus auf die Strecke geschickt.

Bei mir setzte vor dem Start natürlich wieder die übliche Anspannung und Aufregung ein, aber irgendwas war anders als sonst. Mir war so richtig schlecht und ich habe meinen Kreislauf einfach nicht in Schwung bekommen. Zudem war es viel wärmer, als ich es aus der Wettervorhersage in Erinnerung hatte. Ich war irgendwie auf Regen eingestellt, um den Speedcross 4 in GoreTex gleich ordentlich auf den Zahn zu fühlen. Der Sommer ist vielleicht ohnehin nicht gerade die ideale Jahreszeit, um wasserdichte Schuhe zu testen. Und was für mich ganz persönlich wirklich krass war: Ich hatte die Schuhe vorher nur einmal kurz daheim anprobiert, bin aber noch nicht in ihnen gelaufen.

Bei schönstem Sonnenschein kam für uns Bergläufer um 9:00 Uhr der Startschuss. Ich habe es langsam angehen lassen, denn so richtig Puste hatte ich nicht. Mario war deutlich weiter vorn, da hätte ich an diesem Tag nicht mithalten können.

Beim Zugspitz-Berglauf lief es nicht so einfach wie in den Wettkämpfen zuvor. Foto: Sportograf

Beim Zugspitz-Berglauf lief es nicht so einfach wie in den Wettkämpfen zuvor. Foto: Sportograf

Der Aufstieg nach der 1. Verpflegungsstelle an der Ehrwalder Alm. Foto: Sportograf

Der Aufstieg nach der 1. Verpflegungsstelle an der Ehrwalder Alm. Foto: Sportograf

Der steile Anstieg nach der ersten Verpflegungsstation erfolgte erst auf Schotter und dann auf einer sehr steilen Skipiste. Also zumindest im Winter wird sie als Skipiste genutzt. Im Sommer ist es eher eine begrünte Kuh-Piste. Als dieser Anstieg geschafft war ging es 100 Höhenmeter bergab auf Schotterstraßen und kleinen Trails. Diese Erholung war nur von kurzer Dauer, es ging ja dann weiter bergauf und die richtig anspruchsvollen Teile der Strecke sollten noch kommen. Am „Gatterl“ haben wir die Grenze nach Deutschland passiert, die Kraxelei wurde immer wilder und am seilversicherten Stück der Strecke sind diejenigen mit den „langen Haxen“ eindeutig im Vorteil. Da ging es ganz schöne Felsbrocken rauf. Auf meine Schuhe konnte ich mich dabei echt verlassen. Der Grip stimmte! Ein paar Mal mussten wir kleine Bächlein durchqueren. Selbstverständlich konnte ich mich nicht zurückhalten und bin direkt durchs Wasser geschlurft. Davon kam nichts in die Schuhe rein.

An der Knorrhütte war die zweite Verpflegungsstation von Powerbar aufgebaut, leider ohne Motivations-Cola! Deshalb habe ich mir ein paar Becher des Isotonischen Getränks hinter gekippt, da ich auf der gesamten Strecke nichts essen konnte und aufgrund der Anstrengung dringend Zucker brauchte. Mir ging es elendig und Magenkrämpfe haben sich zur Übelkeit hinzu gesellt. Mein Leiden ist auch vom Sportograf bestens eingefangen worden. Da war nichts mit vorteilhaften Grinse-Bildern, obwohl die Kulisse so atemberaubend war!

Wunderschöne Landschaft auf dem Weg zur Zugspitze. Foto: Sportograf

Wunderschöne Landschaft auf dem Weg zur Zugspitze. Foto: Sportograf

In dieser traumhaften Kulisse sind wir gelaufen. Genießen konnte ich es leider nicht wirklich. Foto: Sportograf

In dieser traumhaften Kulisse sind wir gelaufen. Genießen konnte ich es leider nicht wirklich. Foto: Sportograf

Immer steiler ging es nun bergauf, die Sonne brannte und ich wurde immer langsamer. Endlich tauchten kleine Schneefelder auf, durch die unsere Strecke führte. Das habe ich gleich ausnutzen wollen und mir mit beiden Händen ordentlich Schnee an die Waden und Fußgelenke gepackt. Bei technisch anspruchsvollen, alpinen Strecken finde ich diese Abkühlung eine absolute Wohltat! Besonders wenn der Schnee und die Kälte durch den Stoff der Schuhe auch noch meine Füße kühlt… aber da war ja was. Ich hatte die Rechnung ohne das GoreTex Material gemacht! Endlich hat mich etwas von meiner maladen Konstitution bei diesem Rennen abgelenkt und ab jetzt habe ich bei jedem kleinen Schneefeld Halt gemacht, um das Material quasi herauszufordern und vielleicht doch noch nasse, kalte Füße zu bekommen.

Es hat nicht funktioniert! Der Stoff hielt dicht und glücklicherweise habe ich so kaum mitbekommen, dass ich auch das letzte und anstrengende Stück der Strecke bewältigt hatte. Bei SonnAlpin war an diesem Wettkampftag bereits das Ziel aufgebaut, das nun schneller kam als erwartet. Die letzten 700 Meter der offiziellen Streck sollten am Drahtseil ganz nach oben auf die Zugspitze führen. Von unserem verantwortungsbewussten Veranstalter wurde dies aber aufgrund einer Gewitterwarnung gestrichen.

Freude und Erleichterung im Ziel. Den Zugspitz-Berglauf habe ich geschafft! Foto: Sportograf

Freude und Erleichterung im Ziel. Den Zugspitz-Berglauf habe ich geschafft! Foto: Sportograf

Mario kam mir 200 Meter vor dem Ziel entgegen gelaufen und hat mich das letzte Stück begleitet. Was war ich froh, endlich im Ziel angekommen zu sein! Mir ging es so dreckig, dass ich mich nach der Seilbahn- und Busfahrt zurück nach Ehrwald leider direkt am Kirchplatz übergeben musste. So ein krasser Tag! Und wie ärgerlich, dass es mir so schlecht ging, dass ich mich tatsächlich tagelang gar nicht richtig über den erfolgreichen Abschluss des Rennens freuen konnte.

Die bisher am härtesten erkämpfte Finisher-Medaille vom Zugspitz-Berglauf

Die bisher am härtesten erkämpfte Finisher-Medaille vom Zugspitz-Berglauf

Dieser anstrengende Wettkampf ist mir ziemlich an die Substanz gegangen, aber mental hat es mich rückblickend sogar stärker gemacht. Denn einen so harten Wettkampf mit diesen Rahmenbedingungen geschafft zu haben ist etwas, auf das ich wirklich stolz bin.

Mein Fazit zu den neuen Salomon Speedcross 4 GTX: Ehrlich gesagt überrascht hat mich, dass ich mir auf den knapp 16 Kilometern Wettkampf keine Blase gelaufen habe, was mir in neuen Schuhen eigentlich immer passiert. Trotz GoreTex ist der Schuh das Material betreffend flexibel und war die gesamte Zeit angenehm zu laufen. Ich werde den Schuh aber definitiv noch auf einer längeren Strecke ausprobieren, sehr wahrscheinlich auf einer Etappe des Transalpine Runs. Den Schneetest hat er bei mir auf jeden Fall erst einmal bestanden.

Salomon Speedcross 4 GTX

Salomon Speedcross 4 GTX

Salomon Speedcross 4 GTX

Salomon Speedcross 4 GTX

Salomon Speedcross 4 GTX

Salomon Speedcross 4 GTX

Meinem Gemüt geht es nach vielen großen Eisbechern, mit denen ich nicht erneut das Material der Schuhe getestet habe, auch schon wieder besser. 🙂

 

In sportlicher Kooperation mit SportScheck.

7 Comments

  • Ewe

    5. August 2016 at 10:58

    Liebe Marlen,
    deine Lebensfreude und deine Leidenschafft am Laufen sind ansteckend. Danke, dass Du in diesem Blogeintrag so ehrlich warst. Die persönlichen Grenzen bewusst wahrzunehmen und sie zu respektieren ist für viele nicht einfach. Mir hat´s geholfen sie als „Schutzmechanismus“ zu sehen. Viel Erfolg noch und vor allem viele unvergessliche Momente in der Natur unserer Erde! LG, E.

    Antworten
    • marlen

      28. August 2016 at 14:36

      Hallo liebe Ewelina! Ganz herzlichen Dank für deine lieben Worte! Es war nicht einfach, diesen Beitrag zu schreiben, da mir der Lauf so viel abverlangt hat.
      Vielleicht versuche ich im nächsten Jahr nochmal meinen Frieden mit diesem Lauf zu machen. Aber es ist echt ein hartes Brett!
      Vielen lieben Dank! Ich wünsche dir auch ganz viel Spaß bei den wunderschönen Wanderungen, die ihr immer unternehmt! Lass uns bald mal wieder was zusammen machen..
      Liebe Grüße
      Marlen

      Antworten
  • Mirko S.

    28. August 2016 at 9:16

    Servus Marlen,

    jaja … böse Zugspitze … der Lauf hinauf hat mir auch schon so oft den Nerv gezogen und mich vollkommen „ausgelutscht“ zurückgelassen! Aber wie heißt es so schön: Was dich nicht umbringt, macht dich härter. 😉 Übrigens: In den ersten Jahren führte der „Top-of-Germany“ Lauf – beginnend in Garmisch – erst „gemütlich“ durch’s Reintal und dann ging der Spaß an der Reintalanger-Hütte so richtig los ;-).

    Selbstverständlich verfolge ich aus der Ferne den TAR 2016 und habe ein Auge auf Dich/Euch ;-).

    Mirko aus Leipzig

    Antworten
  • Mirko S.

    28. August 2016 at 9:16

    Servus Marlen,

    jaja … böse Zugspitze … der Lauf hinauf hat mir auch schon so oft den Nerv gezogen und mich vollkommen „ausgelutscht“ zurückgelassen! Aber wie heißt es so schön: Was dich nicht umbringt, macht dich härter. 😉 Übrigens: In den ersten Jahren führte der „Top-of-Germany“ Lauf – beginnend in Garmisch – erst „gemütlich“ durch’s Reintal und dann ging der Spaß an der Reintalanger-Hütte so richtig los ;-).

    Selbstverständlich verfolge ich aus der Ferne den TAR 2016 und habe ein Auge auf Dich/Euch ;-).

    Mirko aus Leipzig

    Antworten
    • marlen

      28. August 2016 at 14:39

      Huhu lieber Mirko!
      ja, was für ein Kampf. Mal schauen, ob ich mir das nächstes Jahr nochmal gebe. Aber da bin ich mir noch nicht so sicher.
      Und der TAR! Mensch, was bin ich aufgeregt! Mario, der Streber hat schon gepackt. Ich werde das ab Donnerstag in Angriff nehmen. Hast du für den TAR noch ein paar Tipps für mich??
      Ganz liebe Grüße auch an Anja und euer kleines Mixed Team 😀
      Marlen

      Antworten
  • Mirko S.

    28. August 2016 at 19:52

    Hallo Marlen,

    meine „Trinity“ bei derlei Veranstaltungen: Kontinuität / Niemals über seine Verhältnisse leben / Exzentrische Belastung reduzieren. Klingt komisch, ist aber so. Mit Beispielen unterlegt. >>> Kontinuität: immer in Bewegung bleiben, knappe Pausen, nicht stehen bleiben oder gar hinsetzen/-legen! >>> Niemals über Verhältnisse leben: „Scharmützel“ verkneifen, konsequent sein Ding machen, MaxPuls für unterwegs vorher festlegen und daran halten! >>> Exzentrische Muskel-Ermüdung: beim Bergablaufen „schonen“ – hier wirkt schnell das Mehrfache des Körpergewichtes, „Drücker“ von hinten ggf. passieren lassen, viele DNF haben m. E. n. ihre initiale Ursache in exzentrisch „zerstörter“ Muskulatur!

    BG Mirko

    Antworten
    • marlen

      27. September 2016 at 7:00

      Hallo lieber Mirko,
      ich komme erst jetzt dazu, dir zu antworten. Aber Deine guten Ratschläge und Hinweise haben Mario und ich immer befolgt! Wir sind zwar ohne Pulsgurt unterwegs gewesen, aber das mit den Pausen und den Scharmützeln haben wir beherzigt. Liebe Grüße und bis bald!
      Marlen

      Antworten

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