ANITA Women’s Trail – Teil II

Als am Sonntagmorgen in meinem Hotelzimmer in Zell am See der Wecker piepte, schossen mir gemischte Gefühle durch den Kopf: Da waren wegen des mehrtägigen Wettkampfs einerseits die Parallelen zur großartigen Zeit beim letztjährigen Transalpine Run – run, eat, sleep, repeat … ihr wisst schon. 😉 Andererseits wurde mir bewusst, dass schon der letzte Tag der Trail-Auszeit angebrochen war, was mich etwas traurig gestimmt hat. Diese Events gehen einfach immer viel zu schnell vorbei. Aber noch blieb Zeit! Einmal noch das leckere Hotelfrühstück genießen, meine Laufsachen anziehen und dann ab an den Start der Women’s Challenge, dem letzten der drei angesetzten Läufe.

Women’s Challenge

Am letzen Tag unseres Trail-Wochenendes sollte es aufgrund des hohen Asphaltanteils rasant zugehen: Auf den knapp 14 Kilometern galt es den See zu umrunden, die Anzahl der Höhenmeter blieb dabei mit 312 recht niedrig. Nur in kleineren Passagen ging es auf die Trails.

Mehrtägige Wettkämpfe bieten an jedem Morgen vor dem Start sehr ähnliche Bilder: Ein paar müde Gesichter, einige durch Muskelkater geplagte und damit bewegungsoriginelle Läufer(innen) und natürlich auch die Raketen, die frisch und dynamisch vom Einlaufen kommen, um dann ganz vorne in der Startaufstellung zu stehen um natürlich ganz vorne zu laufen.

Ich glaube, dass ich für viele teilnehmende Hobbyläuferinnen spreche – diesen Raketen gehört unsere Bewunderung! Für mich persönlich sind diese Mädels und Frauen, wenn man von der Kategorie Senior Master Women spricht, pure Motivation.

Vieles war nun schon etwas zur Routine geworden und berechenbarer Teil des Tages. Zuerst bekamen wir ein kurzes Streckenbriefing, dann erklang der Highway to Hell und es folgte der Startschuss. Wie erwartet war die Pace beim loslaufen deutlich schneller als am Tag zuvor. Es ging auf der Strandpromenade entgegen des Uhrzeigersinns am See entlang. Das Sprichwort „flat is boring“ stimmte hier nicht, da die Landschaft wirklich schön war und ich es immer genieße, am Wasser entlang zu laufen.

Schön war es in Zell am See!

Kurz nach dem Start der Women’s Challenge: die Raketen voraus und ich hinterher 😉

Allerdings war die Streckenführung mit einem Löwenanteil an Asphalt versehen. Das hat den Lauf nicht nur für mich ziemlich anstrengend gemacht. Dieses geradeaus Geballere hat mental ziemlich reingehauen und ganz schön Durchhaltevermögen gekostet.

Aber zwischendrin hatten wir auch ein feines Stück Trail und Wiese und einen knackigen Downhill, der mich wieder neu motiviert hat, bevor es weiter am Ufer entlang ging. Für ein letztes Intermezzo haben wir den Asphalt gegen Trail getauscht, um wie an den vorangegangen Tagen den selben Weg ins Ziel zu nehmen.

Nach drei Tagen Wettkampf stand mir der letzte Zieleinlauf bevor. Es war wunderschön, in und um Zell am See zu laufen.

Kurz nach dem ich im Ziel war, kamen auch schon Iris und Lena angelaufen. Ich bin dann mit den beiden noch mal Hand in Hand über die Ziellinie geflitzt. Es hat so viel Spaß gemacht für unser Team zu laufen und zu kämpfen. Wir haben den zweiten Platz in der Teamwertung erreicht!

Großer Jubel beim Zieleinlauf für alle Mädels. Foto: wusaonthemountain.at

Neben dem Schnabulieren der Zielverpflegung haben wir natürlich die einlaufenden Mädels herzlich mit Applaus empfangen und uns für jede einzelne gefreut!

Als alle wohlbehalten das Rennen beendet hatten gab es die große Siegerehrung. Das heißt nun wurden neben den Siegerinnen der Altersklassen auch die Teams geehrt. Wie cool war es, dass wir aufs Podium gelaufen sind!?

Das Podium der Teamwertung: 1. Platz: Viking Footwear power girls, 2. Platz: Chix on Trail, 3. Platz: Viechtacher Frauenpower, Foto: wusaonthemountain.at

Unser Team „Chix on Trail“ ist zweitbestes Team geworden. Da durfte ein lustiges Bild auf dem Podium nicht fehlen. Foto: wusaonthemountain.at

Unsere Siegerinnen im Tripple in der Kategorie: Senior Master Women. Einfach stark!!

Die Finisher des 3-tägigen Women’s Trail Camp. Einfach tolle Mädels!! Foto: wusaonthemountain.at

Über unseren Preis haben wir uns ziemlich kaputt gelacht, denn es war eine 10 Kilogramm Dose Saure Gurken. Naja, so hatten wir schon einmal vorgelacht, denn sauer macht bekanntlich lustig. Das heisst aber auch, dass nochmal ein Teamevent stattfinden muss, bei dem es für uns jede Menge saurer Gurken geben wird. 🙂

Statt Abschlussbrunch im Beach Club habe ich mich für eine Massage entschieden, die im 3-Tages-Paket enthalten war. Den Women’s Trail habe ich also mit ein bisschen Wellness ausklingen lassen, bevor ich mich auf die Heimreise nach München gemacht habe.

Das war der Women’s Trail

Ehrlich gesagt hatte ich mir ja schon so meine Gedanken gemacht: Drei Tage nur unter Frauen. Kann das gut gehen? Jawohl! Sehr gut sogar! Denn wir haben ja im Grunde alle die selben Themen.

Die Stimmung war das gesamte Wochenende großartig! Ich bin mit vielen Mädels ins Gespräch gekommen, wir haben uns ausgetauscht und ich bin mir sicher, die eine oder andere bald schon wieder auf einem Trailrunning Event zu sehen. Darauf freue ich mich schon sehr. Und jetzt weiß ich, dass ich keinesfalls mit Vorbehalten, sondern mit jeder Menge Vorfreude auf das nächste „just for girls“ Event gehen werde.

perfekte Organisation unseres Women’s Trail durch Plan B.

Die Engel Uta (rechts) und Julia (Mitte) aus dem Team von Plan B. Tamara hat grad sicher irgendwo wieder die Welt gerettet und es deshalb nicht aufs Foto geschafft.

Leckeres Essen und viel zu erzählen gab es an den drei Tagen im Women’s Trail Camp.

Einen großen Anteil an diesen positiven zwischenmenschlichen Schwingungen hatten ganz klar auch wieder die drei Engel der Organisation: Uta, Tamara und Julia, sowie das gesamte Team des Veranstalters Plan B. Seit ein paar Jahren sind die Trailrunning Events von Plan B der Maßstab, an dem ich Wettkampf Veranstaltungen messe. Denn perfekte Organisation, beste Ausschilderung der Eventlocations vor Ort und natürlich das stets offene Ohr und die sofortige Unterstützung der Mitarbeiter ist etwas, worauf ich mich auch beim Women’s Trail wieder verlassen konnte.

Neben Start- und Zielbereich am Ufer des Sees war das Romantikhotel Dreh- und Angelpunkt unseres Wochenendes in Zell. Die Familie Hörl führt ein liebevoll alpenländisch gestaltetes Hotel im Ortskern. Freundliche Mitarbeiter, großzügige Zimmer und für hungrige Läuferinnen besonders wichtig: Eine riesige Auswahl an Leckereien am Frühstücksbüffet! Aus Zeitmangel habe ich am Freitag den Wellnessbereich im Hotel nicht besucht. Das habe ich dann aber am Samstag und Sonntag nachgeholt. Mehrere Saunen, ein Innenpool und ein Ruheraum mit Chill-Schaukeln – da habe ich mich ein wenig aufraffen müssen, dort wieder raus zu gehen. 😉

Doch dann hätte ich auf jeden Fall einiges verpasst, denn das weitere Rahmenprogramm mit Yoga und dem super interessanten und sehr aufschlussreichen interaktiven Vortrag von Kerstin Schneehage zum Thema „Verletzungsprävention im Sport“ war eine runde Sache.

Ich hoffe sehr, dass das nächste Women’s Trail Wochenende nicht erst wieder in zwei Jahren stattfindet, denn ich würde es allen Trailrunning begeisterten Mädels unbedingt ans Herz legen teilzunehmen. Wenn ihr Bock darauf habt drei Tage in einer traumhaften Berglandschaft zu verbringen und mit anderen „Trailchix“ auf die Strecke zu gehen, dann haltet Ausschau nach der Ausschreibung für das kommende Women’s Trail Camp!

 

In sportlicher Kooperation mit Zell am See-Kaprun Tourismus GmbH und Plan B Event Company, die mir das 3-Tagespaket zur Verfügung gestellt haben.
Alle Bilder ohne Bildhinweis sind von Klaus Fengler.

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