Transalpine Run Etappe 3 – Das Monster ist bezwungen…

Heute fand die 3. Etappe statt – heißt ich (Mario) bin wieder mit Schreiben dran.

Unsere sogenannte „Königsetappe“, die von Imst nach Mandarfen geführt hat, ist von den reinen Daten neben der 4. Etappe morgen DIE Herausforderung des diesjährigen TAR: Neben der technisch anspruchsvollen hochalpinen Strecke sind 47,8 km und 3.000 Höhenmeter im Aufstieg erstmal eine grundsätzliche Ansage. Wie vom Veranstalter Plan B gewohnt, gab es „viel und von allem“. Wir reden dabei nicht vom Essen, sondern von dem. was wir in unserer 3. Etappe leisten mussten.

Auf unseren Uhren fanden sich nach knapp 10 Stunden Laufzeit exakt 50,51 km, 3.178 Höhenmeter im Auf- und 2.288 Höhenmeter im Abstieg.

Aber der Reihe nach: Der Tag war heute schon von den Rahmenbedingungen her mental eine absolute Herausforderung für uns: Wir mussten bereit um kurz nach 4 Uhr total müde aufstehen, ein viel zu schnelles Frühstück einnehmen und dann mit unseren Taschen in einem Linienbus-Shuttle vom Hotel nach Imst zum Startort fahren. Auch das ist schlichtweg chaotisch abgelaufen.

Unser Chaos-Shuttle in Imst.

Unser Chaos-Shuttle in Imst.

Verschlafen und mit Bad Hair Day am Start in Imst. ;)

Verschlafen und mit Bad Hair Day am Start in Imst. 😉

Als Ergebnis standen wir dann kurz vor 7 Uhr etwas demotiviert im Startblock mit dem Wissen einer sehr, sehr langen Etappe und hatten die damit verbundene Anstrengung bildlich vor Augen. Ja und dann muss man mal Muster durchbrechen und gewohntes anders machen. Zum einen haben wir unsere Batman Buffs angezogen, denn auch wir glauben an Helden. Zum anderen haben wir heute viel riskiert: Im Wissen um die (wahrscheinliche) Dauer sind wir die Etappe sehr schnell mit 5er Zeiten pro Kilometer angegangen. Das Schöne war, dass es zügig voran ging und die Strecke landschaftlich wunderbar war. Wir hatten prima Durchgangszeiten an den ersten Zeitmessungen und gute Voraussetzungen für ein zügiges Ankommen zwischen 7 – 8 Stunden im Ziel, klar mit fast 8 Kilometer pro Stunde (trotz der Aufstiege) eine machbare Sache.

Da "rollte" es noch richtig gut.

Da „rollte“ es noch richtig gut.

In der Realität klappen Pläne leider nicht immer: Die Wirklichkeit heute hieß ab der Verpflegungsstation Nummer 2 kamen Anstiege, die aufgrund der schieren Dauer und der schwierigen Begehbarkeit einfach anstrengend sind und teils seilversicherte, schlammige, glitschige und Fels verblockte  Abstiege, bei denen jeder Schritt, wenn man nicht aufpasst der letzte sein kann. Aufgrund der Höhenlage hat uns oft am Ende des Aufstiegs die Luft gefehlt, um etwas zu trinken – klingt blöd, aber nach mehreren hundert Höhenmetern am Stück ist es manchmal so.

Tja, dann halt „Brechstange“. Das bedeutet, Aufgeben kam nicht in Frage und so sind wir also konzentriert in schönster Landschaft mit herrlichen Panoramen auf die Gletscher der Ötztaler Gipfel langsam weiter gelaufen.

Bei aller Quälerei - die Kulisse, in der wir heute laufen durften war gigantisch.

Bei aller Quälerei – die Kulisse, in der wir heute laufen durften war gigantisch.

Marlens Zitat „einen Fuß vor den anderen setzen“ war letztendlich eine gute Strategie. Wir sind mit kleinen Stürzen aber unverletzt und mit sauberen Sachen in Mandarfen angekommen. Ach ja, eine Sache noch – die Weidezäune in Österreich sind elektrisch, auch wenn es nicht dran steht. Beim vorbei-quetschen an einem Gatter habe ich einige Drähte des Weidezauns berührt und der Schlag war heftig und es hat gezwiebelt wie Sau! Morgen kann ich dann wie Batman laufen.

Die Anzahl der 300 gestarteten Teams hat sich zwischenzeitlich reduziert und wir sind jetzt bei 222 gelisteten Mannschaften.

Kaputt, aber glücklich im Ziel in Mandarfen.

Kaputt, aber glücklich im Ziel in Mandarfen.

Das ist ja auch die Herausforderung bei diesem Event: Gemeinsam und unverletzt mit Spaß in Brixen ankommen. Das wollen wir und das werden wir.

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