Transalpine Run 2017, 3. Etappe – der TAR-Faktor

Er ist wieder da. Wer? Der Transalpine Run (TAR) Faktor – der Geist, der Spirit, der Reiz. Alles, was dieses Rennen auszeichnet und so einzigartig macht!
Es ist der 4. Tag, die 3. Etappe von St. Anton am Arlberg nach Landeck am Inn.
Wir sind komplett angekommen – körperlich und mental. Der TAR bestimmt seit letztem Sonntag unser Leben und unseren Tagesablauf: Essen, Trinken, Laufen, Schlafen – alles ist bei uns auf die primären Bedürfnisse beschränkt – was anderes nehmen wir nicht wahr.
Es geht nur um das „Eine“ täglich: Laufen und verletzungsfrei ankommen. Der TAR ist unser kleiner Mikrokosmos.

Wir wissen nicht, wo wir sind, welcher Tag, welche Etappe ist, wir laufen … Na gut, leicht übertrieben, aber wir sind auf den immer gleichen Tagesablauf reduziert.

Stehen früh auf, Frühstück, Tasche packen, Startaufstellung, „High way to hell“ und mit der immer gleichen Begeisterung stürmen wir los.

Dann die Etappe: Landschaftlich immer schön, hart, anstrengend – wir laufen in eine neue Stadt ein. Unfassbar, es geschafft zu haben – was angesichts der Herausforderungen, die der Streckenchef für uns täglich bereithält und damit meine ich nicht die drei Kilometer mehr heute – nicht selbstverständlich ist.

Dann Regeneration, Essen, viel Trinken, Duschen, Pasta Party, Briefing, Schlafen und die Begeisterung für den kommenden Tag im Hinterkopf.

Manchmal huscht ein Gedanke durch den Kopf: Meist bei einem fiesen 1.000 Höhenmeter „am Stück“ Anstieg: Das machst du nie wieder oder warum läufst du Ultras?

Antwort meines Sohnes: Weil Du es kannst. Nein, einfacher – es tut uns gut, wir lieben es, das Geschafft-haben und die Panoramen entschädigen für alles – es ist Urlaub.

Abgeschweift – heutige Etappe: Früh noch dunkel, Start 7 Uhr, Regen, wieder Block B.
Wir sind beide alles andere als gut in Form, aber in Block B. Wahnsinn, was geht da mal, wenn alles geht?!

Ein Kilometer aus dem St. Anton raus, das traumhaft ist. Anstieg, Anstieg – fast 1.000 Höhenmeter.

Raus aus der Regenjacke – Luft! Oben – höchster Punkt des Rennens mit über 2.000 Metern am Abzweig zur Leutkirchner Hütte nach etwas über 1 Stunde erreicht.

Sicht – eine unbeschreibliche – verkürzte Panoramen mit jeder Menge Nebel. Caspar David Friedrich hat für uns gemalt.

Über die Nessleralpe runter nach Petnau – das ist die 1. Verpflegung nach 13,5 Kilometern mit einem ambitionierten Cut Off.

Da sind wir eine Stunde von weg, aber die langen schlammigen Anstiege und die rutschigen Abstiege über schmale Pfade kosten Zeit, Kraft und Konzentration.

Klar, kann man, muss man nicht – Resultat Schlamm am Hintern, alles schwarz – zu der Kollegenfraktion haben wir nicht gehört.

Dann kam Asphalt über mehrere Kilometer – Tempo klotzen.

Stopp, Anstieg in Richtung Flirscher Skihütte – mühsam, über 800 Höhenmetern – schmale Pfade und jede Menge kalte Flussdurchquerungen in Richtung Verpflegung Nummer 2.

Diese kam dann an der Strenger Skihütte nach knapp 28 Kilometern, nix 26! So ist das manchmal – die Sonne hat uns dafür entschädigt.

Und jetzt runter nach Pians – ein schöner, anspruchsvoller Downhill durch den Wald mit anschließend Forst- und Straßenwegen.
Die sind wir runtergebrettert, 5er Pace, die letzte Verpflegung im Blick.

Wir sind gutgläubig, die kam, allerdings nicht bei Kilometer 34,5, sondern 3 Kilometer später bei 37,5 – das Ziel Landeck ist noch 5,5 Kilometer entfernt.

Kein Gemecker – wir haben mehr bekommen und der Einlauf nach Landeck war sehr schön – die Leute klatschten und feierten.

Fazit heute: Eine hart erkämpfte Etappe – wie jede beim TAR – die vielen feuchten Wiesen unterwegs hatten ein Flair von Schottland und die Panaromen waren unfassbar.

Wir sind weiter dabei, unverletzt, freuen uns auf das morgige Monster – die Hammeretappe nach Samnaun, viele Höhenmeter, anspruchsvolle Cut Off Zeiten und noch mehr Schnee.

Zitat Rennleiter: Weich, fluffig, verletzt man sich nicht beim Hinfallen – gute Nacht.

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