Transalpine Run 2017 – 2. Etappe „Ganz oben“

Der heutige Tag hat uns mit Sonnenschein und einem traumhaften Weitblick in die Puderzucker-Alpenlandschaft begrüßt.
Ich habe das gleich als positive Botschaft interpretiert und mehr Asphalt als gestern – geht das überhaupt? Wir finden das geht nicht und statt dessen sollten wir den „Puderzucker“ oben auf den Bergen heute ausgiebig genießen können.

Vor dem Start in Lech mit Team Bergmücke aus Berlin.

Gestartet wurde in auf der zweiten Etappe in drei Blöcken, anhand der Overall-Rangliste. Mario und ich durften uns in Block B einreihen. Der Blockstart war notwendig, damit sich nicht gleich beim ersten, großen Anstieg aus Lech hinaus riesige Wartezeiten ergeben würden, wenn alle Läufer auf einmal den steilen Singletrail hinauf steigen wollten.

Unser Startschuss fiel um 9:10 Uhr und ab da hatten wir zwei Stunden Zeit, den ersten Checkpoint mit Verpflegungsstation am Rüfikopf nach mehr als 900 Höhenmetern zu erreichen.

Der erste Schnee lies nicht lange auf sich warten und wir stapften in einer langen Schlange den Berg hinauf. Zwischendurch gab es auch ein paar heikle Passagen, auf denen mehr gerutscht als gelaufen wurde.

Oben angekommen haben wir ein unglaubliches Panorama erlebt! Das hat niemanden kalt gelassen, der mit unserem Tross dort angekommen war und es wurden viele Erinnerungsfotos gemacht.

Wegen des Wetters mussten wir auch heute eine Alternativroute laufen. Das ziemlich viel Schnee gefallen war hatte die Rennleitung zur Sicherheit der Teilnehmer den Großteil der Strecke verlegt.

Anstatt weiter aufzusteigen, folgte ein langer, abwechslungsreicher Abstieg und die Gefahrenstelle auf der Strecke, die sich an einem Grashang befand, war für uns bestens passierbar.

Während der gesamten Etappe haben wir uns kaum sattsehen können, an all den wunderschönen Ausblicken und ich hätte am liebsten unzählige Fotos gemacht.

Aber wir haben in unserem Team klare Absprachen getroffen und damit auch die Anzahl der Foto-Stops reglementiert. Das hört sich jetzt vielleicht etwas krass an und ich scherze auch manchmal darüber, dass ich in einer Diktatur laufe. Doch ehrlich gesagt hilft das uns beiden auch Rücksicht zu nehmen und den Teampartner nicht ständig warten zu lassen, weil man noch ein Bergfoto machen muss.

Um wieder auf die Originalstrecke einzumünden, hatten wir heute von Kilometer 16 bis 19 die härteste Tagesaufgabe: Es war der Aufstieg von Alpe Rauz zur Ulmer Hütte, der teilweise über eine Skipiste führte. Das war vielleicht steil! Ein Vorankommen war nur im Schneckentempo möglich.

Kurz vor der Ulmer Hütte, der größte Teil des Aufstiegs ist geschafft! Foto: Andi Frank

Doch der steile Downhill auf der Schotterstraße sollte dann noch nicht der Weg ins Ziel gewesen sein. Es ging nämlich nochmals einen Gegenanstieg hoch und an der Bergbahn ging es dann final steil und ebenfalls wieder teilweise über eine Skipiste den Berg hinab, nach Sankt Anton.

Zieleinlauf in Sankt Anton. Foto: Primin Braun

Es war heute eine Etappe für die Seele: Alpines Gelände mit Schnee und viele wunderschöne Singletrails, die uns in einen neuen Zielort gebracht haben.

Heute müssen wir früh schlafen gehen, weil der Start morgen bereits um 7 Uhr erfolgen wird. Wir sind gespannt auf den morgigen Tag und die Trails, die wird dann nach Landeck laufen dürfen.

One Comment

  • Jürgen Nübling

    4. September 2017 at 20:38

    Klasse…! Ihr macht das vollkommen richtig. Ich wünsche Euch noch viele unvergessliche Eindrücke während der Woche und natürlich einen starken Willen, der den Körper noch weitere 5 Tage motiviert.
    Haut rein. Ihr seid ein tolles Team.

    Viele Grüße

    Jürgen

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